Die 5 am häufigsten verwendeten Möglichkeiten um unter Windows ein Netzlaufwerk einbinden zu können

Die 5 am häufigsten verwendeten Möglichkeiten, um unter Windows eine Freigabe als Netzlaufwerk einzubinden!

Grundlagen

Das Einbinden eines Netzlaufwerkes gehört zu den Standardaufgaben, welche im Betriebssystem durchgeführt werden müssen. In der Regel liegen die Dateifreigaben oft zentral auf einem Dateiserver und die verschiedenen Windows Clients sollen darauf zugreifen. Am einfachsten geht das natürlich, wenn diese Freigaben als Netzlaufwerk in den Windows Explorer eingebunden werden. Diese Anleitung liefert die 5 wichtigsten Möglichkeiten, um ein Netzlaufwerk unter Windows einzubinden.

1. Netzlaufwerk über den Windows Explorer einbinden

Dies ist wohl die standardmäßig Vorgehensweise. Im ersten Schritt öffnet man über den Windows Explorer sämtliche Netzwerkfreigaben. Anschließend kann man über einen Rechtsklick direkt das Kontextmenü für das “einbinden als Netzlaufwerk” öffnen. Es startet der Assistent, der durch die Konfiguration führt. Neben der Auswahl des Netzlaufwerksbuchstaben kann auch noch gewählt werden, dass das Netzlaufwerk auch bei einem Neustart standardmäßig eingebunden bleibt und mit welchen Anmeldeinformationen das Laufwerk eingebunden werden soll. Weitere Informationen zum Einbinden eines Netzlaufwerks über den Windows Explorer findet ihr im folgenden Artikel: Windows Netzlaufwerk verbinden

Unter Windows Ein Netzlaufwerk Per Explorer Einbinden

2. Netzlaufwerk mit der Eingabeaufforderung einbinden (cmd)

Diese Variante mit der Eingabeaufforderung (cmd) wird natürlich sehr häufig verwendet. Das liegt daran, dass hiermit sehr einfach ein Login Script erstellt werden kann, mit welchem sämtliche Netzlaufwerk eingebunden werden können. Grundsätzlich wird zwar das Batch-Scripting von der Windows PowerShell abgelöst, allerdings dürfte das bestimmt noch einiges an Zeit in Anspruch nehmen. Als erstens benötigt man eine cmd mit administrativen Rechten. Anschließend muss man folgende Befehle verwenden, wobei natürlich der Name und die IP-Adresse bzw. der PC Namen abhängig von der erstellen Freigabe ist.

net use z: \\vorlage\berichte /persistent:yes

Zusätzlich wurde noch der Parameter “persistent” verwendet. Damit wird automatisch bei einem Neustart das Netzlaufwerk wieder eingebunden. Möchte man daraus ein Batch Script erstellen, welches bei jedem Start des Betriebssystems ausgeführt wird, so sollte man unbedingt vorab die Netzlaufwerke alle trennen! Nicht das z.B. noch ein USB-Stick steckt und damit der Laufwerksbuchstabe nicht zur Verfügung steht. Das würde dazu führen, dass die Freigabe nicht eingebunden werden kann.

net use * /delete
net use z: \\vorlage\berichte /persistent:yes

Weitere detaillierte Informationen zur Verwendung der cmd und dessen Automatisierung mithilfe eines Batch-Scripts findet ihr im folgenden Artikel: Netzlaufwerke automatisch einbinden

3. Netzlaufwerk über die Windows PowerShell einbinden – neue Variante

Mittlerweile gehört die Windows PowerShell zum festen Bestandteil bei der Windows Administration. So darf Sie natürlich für das Einbinden eines Netzlaufwerks keinesfalls fehlen. Grundsätzlich gibt es dafür ein komplettes Modul mit dem Namen SmbShare. Wie mächtig und umfangreich dieses Cmdlet ist, lässt sich leicht zeigen, indem man sich alle zugehörigen Funktionen bzw. Cmdlets ausgeben lässt.

Get-Command -Module SmbShare

Um jetzt eine vorhandene Freigabe einzubinden, benötigt man den Lokalen Pfad, also den Laufwerksbuchstaben, über welchen die Freigabe angesprochen werden kann und natürlich auch den Remotepfad, auf welchem sich die Freigabe befindet. Am besten man öffnet eine Windows PowerShell Konsole mit administrativen Rechten. Anschließend gibt man die folgende Befehlssequenz ein:

New-SmbMapping -LocalPath 'z:' -RemotePath '\s5\tausch\'

Selbstverständlich bietet die Windows PowerShell noch viele mögliche Parameter und Option an. Um sich mit den einzelnen Eigenschaften vertraut zu machen, verwendet man am besten die Hilfe mit der Option “Detailed”. Übrigens sollte hier kaum ein Hilfetext mit Beispielen erscheinen, so muss man die Hilfe erst updaten. Dazu verwendet man Update-Help. Ausführlichere Informationen zur Verwendung des Moduls SmbShare liefert der Artikel: Netzlaufwerk mit der Windows PowerShell einbinden – Neues Modul SmbShare.

4. Netzlaufwerk über die Windows PowerShell einbinden – alte Variante

Eine weitere Möglichkeit mit der PowerShell funktioniert über das Cmdlet New-PSDrive. Eigentlich ist dieses Cmdlet für das Anlegen von PowerShell Laufwerk zuständig. Aber auch für das Einbinden eines Netzlaufwerks lässt es sich verwenden. Dazu werden einige Parameter benötigt:

  • Name: Netzlaufwerksbuchstabe
  • Root: Die Freigabe, welche eingebunden werden soll
  • Persistent: Die Freigabe soll dauerhaft eingebunden werden
  • PSProvider: Um was es sich beim Einbinden handelt. Als in diesem Fall natürlich um ein Filesystem
  • Credetials: Zusätzliche Angabe eines Benutzers, welche die entsprechenden Rechte hat.
New-PSDrive -Name t -Root \\10.0.0.10\berichte -Persist -PSProvider FileSystem

Grundsätzlich kann diese Variante nach wie vor verwendet werden, wobei allerdings das Modul SmbShare mehr Möglichkeiten bieten. Ausführliche Informationen zur Verwendung von New-PSDrive liefert der Artikel: Windows Netzlaufwerk mit der PowerShell.

5. Netzlaufwerk über die Gruppenrichtlinien einbinden

Die fünfte Option ist natürlich nur dann von Interesse, wenn man eine Active Directory mit einem Domänencontroller verwendet. Man öffnet zunächst über den Server-Manager und Tools die Gruppenrichtlinienverwaltung. Anschließend erstellt man dort ein “Neues Gruppenrichtlinienobjekt” und verknüpft es direkt. Über Bearbeiten kann jetzt der folgende Pfad aufgesucht werden.

Benutzerkonfiguration → Windows Einstellungen → Laufwerkszuordnung Neu

Ein Netzlaufwerk über die Gruppenrichtlinien in der Active Directory einrichten!

Nun wählt man dort die entsprechenden Parameter (Pfad, Laufwerksbuchstabe, etc.) aus. Zu guter Letzt darf man nicht vergessen die Richtlinien zu aktualisieren. Das kann man zum einen direkt mit folgendes Cmd Kommando erledigen, oder man wartet ab, bis die Richtlinien sich automatisch erneuern. Allerdings kann das leicht bis zu 90 Minuten dauern.

gpupdate /force

Eine detaillierte Anleitung, wie man Netzlaufwerke über die Gruppenrichtlinien unter einer Active Directory bereitstellt, liefert der Artikel: Netzlaufwerk mit Gruppenrichtlinien einbinden. Übrigens kann man mit Gruppenrichtlinien noch sehr viele Konfigurationen vornehmen. So z.B. u.a. auch Drucker oder Software austeilen.

Fazit:

Diese 5 Möglichkeiten sollen einen kleinen Überblick liefern, welche Alternativen es gibt, um unter Windows eine Netzwerkfreigabe als Netzlaufwerk einzubinden. Dabei hängt es natürlich sehr stark von dem entsprechendem Anwendungsfall ab. So wär die Einbindung über die Gruppenrichtlinien natürlich nur von Interesse, wenn auch ein Domänencontroller mit dem Verzeichnisdienst vorhanden ist. Für sehr kleine Netzwerke oder dem Home-Office Bereich ist dies allerdings wohl nicht der Fall.

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