Windows – Backup mit der cmd

Mehr Möglichkeiten durch das Verwenden der cmd

Grundlagen

Ein Backup ist sehr wichtig, weshalb es unbedingt regelmäßig gemacht werden sollte. Lieber einmal eine Stunde mit der Backupstrategie beschäftigt, als einen Tag lang versucht verloren gegangene Daten wiederherzustellen. Neben der grafischen Möglichkeit ein Backup zu erstellen, gibt es natürlich auch die der cmd. Für Systemadministratoren ist diese auch meist die bessere Wahl. In diesem kleinen Artikel will ich euch das Konsolentool “wbadmin” vorstellen, mit dem man ein Systemabbild von Windows erstellen kann.

Backup per cmd durchführen!

Im ersten Schritt öffnen wir eine cmd mit administrativen Rechten. Wenn wir den Befehl gefolgt von einem Fragezeichen eintippen, erhalten wir schon mal einen kleinen Überblick über die Optionen.

wbadmin /?
wbadmin: Hilfe - Unterstützte Befehle
wbadmin: Hilfe – Unterstützte Befehle

Ziel ist es, ein Script zu erstellen, was ein Systemabbild unserer Windows 10 * Installation erstellt. Weiterhin, ist es sinnvoll, dass das Systemabbild kontinuierlich erstellt wird. Der ganz Vorgang soll also automatisiert werden.

Die Herausforderung wird in zwei Schritte aufgeteilt:

  1. Konfigurieren der Befehle für das Erstellen des Systemabbilds → Testen!
  2. Automatisieren des Vorgangs: Hier gibt es zwei Möglichkeiten:
    1. Man erstellt ein Batch-Script, das man über die Aufgabenplanung ausführen lässt.
    2. Mit wbadmin kann man direkt Sicherungjobs einrichten

Schritt 1: Backup erstellen

Generell kann man weitere Hilfe zu wbadmin erhalten, wenn man “/?” an den Befehl anhängt. Das würde z.B. so aussehen:

wbadmin start backup /?

Als Ausgabe bekommen wir nun zum einen sämtliche mögliche Optionen mit einer Erläuterung und zum anderen auch Beispiele, so dass die Befehlssequenz leichter nachzuvollziehen ist. Erstellen wir jetzt einfach mal eine einfach Befehlsequenz, um ein Systemabbild zu erstellen.

wbadmin start backup -backuptarget:b: -include:c:
wbadmin: Abfrage zum starten der Sicherung:
wbadmin: Abfrage zum starten der Sicherung:

Wenn wir die Befehle wie oben ausführen, erhalten wir eine Abfrage, ob wir die Sicherung wirklich starten wollen. Wenn wir daraus aber ein Batch-Script erstellen wollen, so ist es wenig sinnvoll, das hier eine Abfrage stattfindet. Unterbinden kann man dies, indem man die Option -quiet einfügt.

wbadmin start backup -quiet -backuptarget:b: -include:c:
wbadmin start backup -quiet -backuptarget:b: -include:c:

Nachdem wir die obige Befehlssequenz einmal ausgeführt haben, sollten wir eine ähnliche Ausgabe wie die folgende erhalten:

wbadmin - Sicherung erfolgreich durchgeführt
wbadmin – Sicherung erfolgreich durchgeführt

Schritt 2: Backup automatisieren I

Hier geht es nun darum, wie man den Backupvorgang automatisiert. Wie schon oben erwähnt haben wir hier zwei Möglichkeiten. Für die erste Methode müssen wir nur die Befehle in einen Editor schreiben und diese Datei dann als eine Batch-Datei abspeichern. Für die Erstellung eines Batch-Script möchte ich auf diesen Artikel verweisen.

Nachdem man das Script hat, muss man es noch in die Aufgabenplanung einbinden. Diese Vorgehensweise findet ihr ebenfalls in einem separaten Artikel.

Schritt 3: Backup automatisieren II

Bei dieser Vorgehensweise wollen wir das Tool wbadmin direkt verwenden. Mit Enable Backup kann man einen Sicherungsjob einrichtet. In dem folgendem Beispiel soll jeden Tag um 03:00 Uhr ein Backup auf das Ziellaufwerk b: durchgeführt werden.

wbadmin enable backup -include:c: -addtarget:b: -schedule:03:00

Mit der obigen Angabe wird der Sicherungsjob eingerichtet. Ich habe die Sicherung exemplarisch etwas früher ausführen lassen. Mit den folgenden Optionen kann man sehr schön sehen, welche Sicherungen auf der Backup Festplatte * vorhanden sind.

wbadmin get versions
wbadmin - anzeige der letzten Backups
wbadmin – anzeige der letzten Backups

Solange jetzt nicht das automatische Backup mit Disable Backup gestoppt wird, bleibt die automatische Sicherung bestehen.

wbadmin disable backup
wbadmin: deaktivieren des laufenden Sicherungsjobs
wbadmin: deaktivieren des laufenden Sicherungsjobs

Das Tool bietet innerhalb der Befehle noch viele einzelne Optionen. Diese kann man sich bei Bedarf wieder mit “/?” genauer ansehen.

Ein Backup sollte auch immer mal getestet werden. In unserem obigen Beispiel haben wir mehrere Backups zu unterschiedlichen Zeitpunkten erstellt. Jetzt wollen wir uns zum Schluss natürlich auch noch ansehen, wie man diese Backup wieder zurückspielt. Hier  benötigen wir die folgende Anweisung:

wbadmin restore catalog -backupTarget:b:

Wir sollten anschließend die folgende Meldung erhalten. Durch das bestätigen mit “JA” wird die Sicherung wiederhergestellt.

wbadmin - Sicherung wiederherstellen - restore
wbadmin – Sicherung wiederherstellen – restore

Mit “catalog” würde nur dieser wiederhergestellt. Um anschließend dann komplett die Daten wieder zurück zusichern benötigt man die folgende Befehlssequenz:

wbadmin start recovery -version 06/18/12 - 10:10 -itemType:Volume -items: b:

Fazit

Diese Konsolen Tool von Microsoft ist ist sehr gut und erfüllt meiner Meinung nach voll und ganz seinen Job. Auch im Server bereich findet es seine Verwendung. Man denke nur mal an die Variante Core Server. Hier ist wbadmin für das Backup schon fast Pflicht.

8 Kommentare

  1. Im Artikel “Windows 10 – Backup mit der cmd ”
    bitte den Text
    “wbadmin start backup -quiet -backuptarget:c: -include:c::”
    berichtigen.
    Wie im nachfolgenden Screenshot zu erkennen, ist wohl :b: gemeint.
    Gruß aus Rodgau

  2. Danke für den Ausführlichen Beschrieb. Das hat mir sehr geholfen.
    Ich möchte eine Dateiverlaufssicherung im cmd file starten, ist das auch möglich

    • Hallo Viktor,
      mit der cmd habe ich noch keinen Befehl hierfür gefunden. Evtl. könnte aber die Windows PowerShell ein Cmdlet bereitstellen. Allerdings habe ich bis jetzt dazu auch noch nichts gefunden!

  3. hä ?
    “wbadmin restore catalog -backupTarget:b:”

    Dami spielt man doch kein Backup zurück,
    sondern nur der BackupKatalog….

    • Hallo Volker01, ja richtig damit spielt man den kompletten Catalog zurück. Für das Backup des Volumes benötigt man folgenden Befehle: wbadmin start recovery -version 06/18/12 - 10:10 -itemType:Volume -items: b:. Ich habe das im Artikel oben mal ergänzt. Danke für den Hinweis.

  4. Kompletter Quark. Der Restore Befehl funktioniert nur in der Server Version und nicht unter Windows 10. Der Titel müsste also geändert werden.

    • Hallo Sebastian, ich werde mir das bei Gelegenheit genauer ansehen. Aber tatsächlich auf die schnelle konnte ich den Recovery Befehl unter Windows 10 nicht finden. Im Server ist dieser natürlich verfügbar.

Kommentare sind deaktiviert.