Terminal in Linux – Befehle & Prozesse

Dieser Artikel ist der dritte von 10 Teilen zum Thema Linux Terminal in 10 Teilen. Dieser beihaltet die Themen: Befehle und Kommandos sowie Prozesse anzeigen und beenden.

» Zur Übersicht der Artikelserie «

Kommandos / Befehle:

Wer einmal mit dem Terminal gut vertraut ist, möchte es kaum mehr missen. In Linux Terminal – Hilfe und History haben wir schon mal ein paar Grundlagen kennengelernt. In diesem Artikel wollen wir das ganz noch weiter ausbauen.

Im Terminal kann man Kommandos mit oder ohne Parameter angeben. Cal alleine gibt nur den Kalender aus. Wenn wir allerdings cal gefolgt vom Jahr und Monat angeben, so erhält man genau diesen Kalender. Ganz allgemein kann man sich die Syntax eines Kommandos immer folgendermaßen vorstellen:

Kommandoname -Option [-weitere Optionen] Argument [weitere Argumente]

Unter einem Argument versteht man z.B. einen Dateinamen oder sonstige Angabe, welche von den Kommando verarbeitet wird. Eine Option ist wie eine Art Schalter zu betrachten. Sie bewirkt oft die Feineinstellung eines Befehls.

Beispiel 1

ls -l

Hier lassen wir uns sämtlichen Inhalt eines Verzeichnissen auflisten. Um das ganze etwas geordneter zu erhalten, geben wir die Option -l an.

Beispiel 2

ls -l /etc/sh*

Im Beispiel 2 verwenden wir zusätzlich noch ein Argument (/etc/sh*). Es werden jetzt alle Dateien im Verzeichnis /etc aufgelistet, die mit einem sh beginnen. Was nach dem sh steht ist egal, den hier haben wir ein Wildcard (*) gesetzt.

Man kann auch mehrere Kommandos auf einmal aufrufen. Dazu muss man nur jeden Befehl mit einem Semikolon (;) abschließen.

Laufende Kommandos/Prozesse anzeigen

Sobald ein Kommando aufgerufen wird, wird im Betriebssystem ein Prozess erzeugt. Diese Prozesse kann man sich mit ps anzeigen lassen. Das Kommando ohne Parameter liefert allerdings nur die Prozesse, welche man selbst in der aktuellen Sitzung gestartet hat. Angezeigt wird dabei die Prozessnummer (PID), der Name der verwendeten Konsole (TTY), die Zeit, wie lange der Prozess schon läuft und natürlich das entsprechende Kommando. Einige wichtige Parameter von ps sind u. a. folgende:

  • -a: wählt alle Prozesse mit einem Terminal aus, auch die der anderen User
  • -x: wählt alle Prozesse ohne kontrollierende TTYs aus
  • -u: zeigt den Besitzer des Prozesses an
  • -H: zeigt die Prozess-Hierarchie in einer Baum-Struktur an

Prozesse beenden

Einen laufenden Prozess in dem Terminal kann man meist über Strg+c Taste beenden. Generell können aber Prozesse auch mit kill beendet werden. Man muss hier natürlich zwischen dem root und einem Anwender unterschieden. Ein root kann alle Prozesse beenden, ein Anwender nur seine Eigenen.

Allgemeine Syntax:

kill [signal] <PID> [weitere PIDs..]

Mit dem Signal wird hier mitgeteilt, wie man einen Prozess beendet. Falls man kill ohne Parameter aufruft, so wird SIGTERM (-15) verwendet, was dem Prozess mitteilt, dass er seine Daten im Normalfall noch abspeichern soll. Im Gegensatz dazu wird mit SIGKILL (-9) ein Prozess sofort beendet. Hier können natürlich Daten verloren gehen.

Beispiel

kill -9 5177

Noch ein paar nützliche Befehle für den Anfang:

  • top:  zeigt fortlaufende Prozessinformationen an
  • free: zeigt die Speicherauslastung an (-m in MB, -g in GB)
  • cd: wechselt in ein anderes Verzeichnis
  • ls: listet Dateien und Verzeichnisse auf
  • pwd: gibt das aktuelle Verzeichnis an

» Teil 2 «          » Zur Übersicht der Artikelserie «          » Teil 4 «

2 Kommentare

  1. Kann kann auch die Prozesse auch mit dem Befehl “htop” auslesen lassen (pid, RAM Nutzung, CPU Nutzung und Befehl).
    Mit freundlichen Grüßen Florian Jilg aus der Schule

    • Der Befehl htop kann natürlich genauso verwendet werden. Dieses Kommando bietet noch ein paar mehr Komfortfunktionen. Z.B. kann man htop mit der Tastatur bedienen. Teilweise kann man auch die Maus verwenden. Hängt davon ab, wie das Tool gestartet wurde.

Kommentare sind deaktiviert.