Festplatte mit der Windows PowerShell einrichten

So nutzt man die Stärken der Windows PowerShell beim Einbinden von neuen Festplatten!

Überblick

Wenn man einen neue Festplatte in seinen Windows PC einbaut, muss diese natürlich auch initialisiert und formatiert werden. Neben der grafischen Oberfläche oder dem cmd Tool diskpart, bietet auch die Windows Powershell reichlich Cmdlets an, mit welchem man die Festplatte* für den Betrieb einrichten kann. Wer schon viel mit diskpart gearbeitet hat, der weiß, das dieses Tool eine eigene interaktive Shell besitzt. Die Windows PowerShell bietet neben der Automatisierung natürlich auch eine einheitliche Syntax sowie einige Annehmlichkeiten wie z.B die Autovervollständigung, oder das arbeiten über einen Remote Zugriff.

Im folgendem Artikel, möchte ich euch Erläutern, wie man mit Hilfe der Windows PowerShell eine neue Fesplatte formatiert, initialisiert und auch erweitert. Verwendet habe ich dabei die Windows PowerShell 5.0 sowie sie in Windows 10 Pro* dabei ist.

Festplatten auf dem System auswählen

Bevor man mit der Konfiguration beginnt, muss man erst mal wissen, welche Festplatten auf dem System überhaupt vorhanden sind. Um dies rauszufinden, dient das Cmdlet Get-Disk. Natürlich muss man hierfür die PowerShell mit administrativen Rechten ausführen. Am einfachsten arbeitet man mit der Windows PowerShell ISE. Das obige Cmdlet bietet viele Optionen an. Diese kann man sich am schönsten mit einer Pipe Weiterleitung zu Get-Member anzeigen lassen.

Get-Disk | Get-Member

Möchte man stattdessen nur die physikalischen Festplatten* ausgeben lassen, so bietet die PowerShell das Cmdlet Get-PhysicalDisk an. Allerdings kann man mit Get-Disk mehr Informationen aus dem System holen, wie z.B. die Art des Laufwerkes (USB, SCSI..) oder die Anzahl der Partitionen.

get-disk|where {$_.BusType -eq "SCSI"}

get-disk|where {$_.NumberOfPartitions -eq 1}

 

Neue Festplatte initialisieren

Nachdem die Festplatte eingebaut ist, muss man Sie initialisieren und ihr einen Partitionsstil (MBR oder GPT) zuweisen. Welche Disk nun initialisiert werden soll, kann man anhand verschiedener Methoden ausfindig machen. Zum einen kann man über DiskNumber oder DiskID die Nummer verwenden, welche man beim Aufruf von Initialize-Disk benötigt. Eine andere Alternative wäre, dass man die Ausgabe von Get-Disk weiterverarbeitet. Dabei würde sich der PartitionStyle anbieten, da dieser bei einer nicht initialisierten Festplatte auf “RAW” steht.  Übrigens könnten man durch das Verwenden von Get-Disk auch noch zusätzlich wieder den Laufwerkstyp angeben (USB, SCSI,..)

Möglichkeit 1

Initialize-Disk -Number 4 -PartitionStyle MBR

Möglichkeit 2

Get-Disk|where {$_.PartitionStyle -eq "RAW" -and $_.BusType -eq "SCSI"}|Initialize-Disk -PartitionStyle MBR

 

Neue Partitionen erstellen

Im vorletzten Schritt muss auf der Festplatte noch eine Partition erstellt werden. Auch hier bietet die Windows PowerShell ein eigenständiges Cmdlet an. New-Partition ist der Name des nötigen Befehls. Neben der Möglichkeit den gesamten Platz für die Partition zu verwenden (-UseMaximumSize) kann man auch nur eine Teil davon verwenden. Im zweiten Fall benötigt man dementsprechende Size für die Angabe der Größe. Als Laufwerksbuchstabe wird K verwendet.

Möglichkeit 1: Kompletten Speicherplatz verwenden

New-Partiton -DiskNumber 4 -DriveLetter K -IsActive -UseMaximumSize

Möglichkeit 2: nur 2GB Speicherplatz verwenden

New-Partition -DiskNumber 4 -DriveLetter K -IsActive -Size 2GB

Übrigens könnte man das ganze in einer Befehlskette ausführen lassen, indem man die PowerShell Pipe geschickt einsetzt und beim Cmdlet Initialize-disk den Parameter -PassThru verwendet.

Festplatte formatieren

Im letzten Schritt braucht die Festplatte noch ein Datenträgerformat wie z.B. NTFS, FAT32 etc. Wie bereits von der GUI oder auch Diskpart bekannt, kann man prinzipiell eine Schnellformatierung oder eine gründliche Formatierung durchführen. Selbstverständlich kann das auch die Windows PowerShell.

Möglichkeit 1: Das Volume K mit NTFS Schnellformatieren

Format-Volume -DriveLetter K -FileSystem NTFS

Möglichkeit 2: Gründliche Formatierung des Volumes K mit NTFS

Format-Volume -DriveLetter K -FileSystem NTFS -Fullformat -Force

 

Partitionen vergrößern und verkleinern

Für das Ändern der Größe von Partitionen gibt es das Cmdlet Resize-Partition. Ihm muss man mitteilen, welche Partition man bearbeiten möchte, indem man die Nummer oder ID der Disk und der Partition als Parameter übergibt. Eine weitere verpflichtende Angabe ist die neue Größe:

Resize-Partition -DiskNumber 1 -PartitionNumber 1 -Size 150GB

Wenn man eine Partition auf die minimale oder maximale Größe bringen möchte, dann hilft dabei die Funktion Get-PartitionSupportedSize(). Sie liefert die möglichen Werte, wobei sich das Minimum über SizeMin und das Maximum über SizeMax ermitteln lassen:

Resize-Partition -DiskNumber 0 -PartitionNumber 3 -Size (Get-PartitionSupportedSize -DiskNumber 0 -PartitionNumber 3).SizeMin

Dieser Befehl schrumpft die betreffende Partition auf die geringste mögliche Größe. Bei solchen heiklen Operationen ist es empfehlenswert, die Befehle erst mit den Parameter -WhatIf zu starten, um zu sehen, was im Ernstfall passieren würde. Ein vorheriges Backup der Daten würde bestimmt auch nicht schaden.

Fazit

Langfristig ist die Windows Powershell die erste Wahl, wenn es um bestimmte Konfigurationen am Desktop PC oder Server geht. So zeigt sie auch bei der Initialisierung, Partitionierung und Formatierung von Festplatten * seine Stärke. Gerade das Filtern nach bestimmten Eigenschaften oder auch das Automatisieren macht die Windows PowerShell so interessant.

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