Windows für das Netzwerk konfigurieren – Vergabe einer IPv4 Adresse, DNS-Adresse und einer IP Adresse für den Standardgateway

So konfiguriert man die IP-Adresse, DNS-Adresse, Subnetzmaske und das Gateway

Überblick

Eine der wohl wichtigsten Aufgabe ist die Konfiguration der Netzwerkschnittstelle. Sofern man sich damit näher beschäftigt,wird man zwangsläufig auf Begriffe wie DNS, NetBIOS, LMHOSTS, etc, stoßen. In diesem Artikel möchte etwas detaillierter auf die Konfiguration und die mit diesem Zusammenhang wichtigen Begrifflichkeiten näher eingehen. Als Betriebssystem dient natürlich → Windows 10*, obwohl die Einstellungen genauso auch auf Windows 7 oder den Server Editionen wie z.B. Server 2016 zutreffen.

Zunächst benötigt man das Konfigurationsfenster, in welchem man die verschiedenen Einstellungen vornehmen kann. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man dieses erreicht. Entweder über das Suchfeld beim Startmenü, indem man einfach Netzwerkeinstellungen eingibt, oder über die klassische Systemsteuerung oder über das Icon in der Taskleiste oder man verwendet den Befehl ncpa.cpl. Übrigens, man kann natürlich auch ohne GUI arbeiten und die Adresse komplett mit der cmd eingeben.

Einstellungen für die dynamische Adressvergabe

Diese Einstellung ist eigentlich die Standardeinstellung. Der PC erhält automatisch eine Adresskonfiguration. Hierin enthalten sind in der Regel die IP-Adresse, die Subnetzmaske, eine DNS-Adresse sowie ein Standardgateway. Die Adressen bekommt der PC von einem DHCP-Server zugeteilt. In größeren Firmen wird für den DHCP Dienst ein extra Server verwendet, bei Heimnetzwerken übernimmt diesen Dienst der → Router (Anzeige)*.

Netzwerkeinstellungen-in Windows vornehmen - Adresse per DHCP beziehen
Netzwerkeinstellungen-in Windows vornehmen – Adresse per DHCP beziehen

Hier muss man am Client nur einstellen, dass er die IP-Adresse sowie die DNS-Adresse automatisch bezieht. Normalerweise ist dies auch die Standardeinstellung. Das Konfigurationsfenster erreicht man über die Netzwerkschnittstelle -> Eigenschaften und dann Internetprotokoll, Version 4. Übrigens für IPv6 würde es genauso funktionieren.

Einstellungen für die statische Adressvergabe

Diese Alternative ist natürlich viel interessanter. Vor allem bei Infrastrukturgeräten, wie z.B. einem Dateiserver, → NAS-Systeme* oder → Netzwerkdrucker* vergibt man die Adresse statisch. Das Gerät soll ja immer unter der gleichen Adresse erreichbar sein. Wie oben erreicht man die Einstellungen ebenso über die Eigenschaften vom Internetprotokoll IPv4. Jetzt allerdings wird der Radio Button auf: Folgende IP-Adresse verwenden und Folgende DNS-Serveradresse verwenden gestellt. Nun kann man in die Felder die nötige Adresse eintragen. Für ein lokales Netzwerk gibt es in der Regel drei verschiedene Klassen, welche hier Anwendung finden können.

Netzwerkeinstellungen-in Windows vornehmen - Adresse statisch vergeben
Netzwerkeinstellungen-in Windows vornehmen – Adresse statisch vergeben

In diesem Beispiel habe ich mal eine Adresse aus dem Klasse C Netz verwendet. Diese Adresse ist wohl den meisten bekannt, da sie fast in jedem Heimnetzwerk verwendet wird.

Tipp: Man kann beim beenden der Eingaben die Eintragungen überprüfen lassen. Wer sich nicht sicher ist, sollte das mal testen. Übrigens muss die Netzwerk-ID des Standardgateways mit der Netzwerk-ID der IP-Adresse übereinstimmen. Das ist sehr wichtig, den der Standardgateway ist sozusagen mein “Tor in andere Netze”. Wenn der PC ein Paket versenden möchte, so vergleicht er zunächst immer die Netzwerk-ID von dem Paket (also Zieladresse) mit seiner eigenen Netzwerk-ID. Ist diese gleich, so sendet er das Paket als Broadcast in sein eigenes Subnetz. Ist aber diese nicht gleich, dann versendet der Client das Paket an den Standardgateway.

Erweiterte Einstellungen und deren Bedeutung

Sofern man seinen Windows Client oder Server mit einer statischen IP-Adresse versieht, sind auch evtl. noch die “Erweiterten Einstellungen” interessant. Hier können im wesentlichen drei Einstellungen vorgenommen werden: IP-Einstellungen, DNS und WINS. Diese drei möglichen erweiterten Konfigurationen möchte hier kurz näher erläutern.

IP-Einstellungen:

Netzwerkeinstellungen-in Windows vornehmen - Erweiterte Einstellungen - IP-Einstellungen
Erweitert  IP- Einstellungen

Hier gibt es zusätzlich die Möglichkeit den Rechner mit einer zweiten IP-Adresse auszustatten. Weiterhin kann man auch noch zusätzliche Standardgateways eintragen. Diese Einstellungen sind denke ich selbsterklärend. Was ist aber der Wert Metrik. Im Bereich der Netzwerktechnik bedeutet Metrik die Güte / Qualität einer Verbindung. Generell bedeutet ein geringerer Metrik Wert, eine besser Güte der Verbindung. Diese Einstellung kann man getrost auf automatisch lassen.

 

 

 

 

DNS-Einstellungen:

Netzwerkeinstellungen-in Windows vornehmen - Erweiterte Einstellungen - DNS-Einstellungen
Erweitert – DNS-Einstellungen

DNS (Domain Name System) ist ein Namensauflösungssystem. Jedem ist das System prinzipiell bekannt, den Namen im Internet werden genauso dargestellt. Das bedeutet die Umsetzung einer IP-Adresse zu einem Namen. Der Eintrag am Client besagt also, an welche Adresse muss ich mich wenden, damit man den Namen für eine bestimmte Adresse erhält. Es wäre also möglich, hier noch weitere DNS-Adressen einzutragen. Aber Vorsicht der PC verwendet die Alternative nur, wenn der Primäre (erste) DNS- Server nicht erreichbar ist.

Um den Begriff des Suffix zu verstehen, muss man erstmal wissen, was ein vollständiger und was ein unvollständiger Name ist. Dieses Prinzip lässt sich sehr einfach anhand des eigenen Namens klären. Markus wäre z.B. nur ein Teil des vollständigen Namens (der Vorname). Ebenso natürlich auch Elsberger (Nachname). Der vollständig ist natürlich Markus Elsberger. Bei den PC´s verhält es sich genauso. Der Name PC1 ist nicht vollständig, falls er sich in der Domäne (schule.local) befindet. Der Namen würde komplett dann pc1.schule.local lauten. Diesen bezeichnet man als FQDN (Fully Qualified Domain Name). Der Anhang schule.local ist dabei das sogenannte Suffix. In diesem Zusammenhang wird gleich noch ein Begriff benötigt und zwar der des NetBIOS Namens. So wird nämlich der Name des PC1 bezeichnet. Dieser Name kann z.B. über die NetBIOS über TCP/IP, der  LMHOSTS – Datei oder dem WINS-Server aufgelöst werden. Das System ist allerdings mittlerweile veraltet. Einstellungen hierfür lassen sich allerdings in der nächsten Kategorie vornehmen

WINS-Einstellungen:

Netzwerkeinstellungen-in Windows vornehmen - Erweiterte Einstellungen - IP-Einstellungen
Erweitert – WINS Einstellungen

Wie oben bereits erwähnt ist das System veraltet. NetBIOS ist prinzipiell statischer Natur. D.h. an jedem Rechner muss ein Eintrag über den Namen und der zugehörigen IP-Adresse vorhanden sein. Diese statische Datei nennt man LMHOSTs und befindet sich im C:\System32\drivers\etc Verzeichnis. Um um das ganze dynamischer zu gestalten gibt es den WINS-Server. Dieser enthält eine Datenbank in der eine Zuordnung NetBIOS Name zu IPv4 Adresse vorhanden ist. Allerdings findet das System kaum mehr Anwendung, da es durch DNS abgelöste wurde.

 

 

Fazit

Die Konfiguration der Netzwerkschnittstelle ist eine der wichtigsten Einstellungen für das Betriebssystem. Sofern man keine automatisch zugewiesen IP Adresse verwendet, gibt es doch einige Einstellungen, welche man vornehmen kann. In der Regel muss man bei den erweiterten Einstellungen keine Änderungen vornehmen, trotzdem sollte man allerdings die Grundbegriffe wie DNS, NetBIOS, Suffix, etc. kennen.

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