Linux-Subsystem (WSL) unter Windows Server 2025 installieren

Das Linux-Subsystem geht auch in Windows Server 2025. In diesem Beitrag erfährst du die Unterschiede zwischen WSL 1 und WSL 2, deren Verhalten auf Windows Server 2022 und 2025 sowie die Installation von WSL auf einem Windows Server 2025, entweder über die grafische Oberfläche oder per PowerShell.

Was ist das Windows-Subsystem für Linux (WSL)?

Das Windows Subsystem für Linux (WSL) ermöglicht es dir, eine vollständige Linux-Umgebung direkt unter Windows auszuführen – ohne dass du dafür eine eigene virtuelle Maschine oder Dual-Boot-Umgebung einrichten musst. Du kannst Linux-Tools, Shells und sogar Container direkt auf Windows ausführen.

Mit WSL 2 hat Microsoft die Architektur auf einen echten Linux-Kernel umgestellt, der in einer leichtgewichtigen virtuellen Umgebung läuft. Dadurch verhalten sich Linux-Anwendungen deutlich näher an einem „echten“ Linux-System und laufen meist auch schneller als unter WSL 1.

Für IT-Administratoren und Entwickler ergeben sich daraus viele Vorteile:

  • Du kannst Linux-Skripte und Tools (z. B. bash, grep, awk, ssh, apt usw.) direkt auf Windows-Servern nutzen.
  • Auf Windows Server ist Docker Desktop nicht verfügbar. Du kannst jedoch Windows-Container über die integrierte Docker-Engine nutzen oder Linux-Container auf einem separaten Linux-Host ausführen.
  • Du sparst Systemressourcen im Vergleich zu einer vollständigen VM.
  • Du kannst Windows- und Linux-Workflows flexibel kombinieren.
Linux-Subsystem auf dem Windows Server 2025
Linux-Subsystem auf dem Windows Server 2025

Vergleich: WSL 1 vs. WSL 2 auf Windows Server

Kategorie WSL 1 WSL 2
Architektur Übersetzung von Linux-Systemcalls in Windows-Systemcalls Echter Linux-Kernel in einer leichten VM
Performance (Dateizugriff) Zügig beim Zugriff auf Windows-Dateien (z. B. C:\\) Langsamer beim Zugriff auf Windows-Dateien, schneller beim Zugriff auf Linux-Dateien (/home, /usr, …)
Kompatibilität Unterstützt viele, aber nicht alle Linux-Programme Volle Kompatibilität – läuft wie ein echtes Linux
Kernel-Updates Kein eigener Linux-Kernel Linux-Kernel über Windows Update oder manuell aktualisierbar
Netzwerkverhalten Gemeinsame Netzwerkschnittstelle mit Windows Eigene virtuelle Netzwerkschnittstelle mit eigener IP
Systemressourcen Geringer RAM-Bedarf Benötigt mehr RAM und CPU (VM-basiert)
Startzeit Zügig Etwas langsamer (VM-Start)
Verfügbarkeit Ab Windows Server 2019 Voll unterstützt ab Server 2022 (Build 20348+) oder 2025
Typische Einsätze Skripte, Tools, schneller Dateizugriff Container, Entwicklung, volle Linux-Kompatibilität

Voraussetzungen für die Installation

WSL (Linux-Subsystem) wird seit Windows Server 2019 unterstützt. Ab Server 2022 und insbesondere unter Server 2025 mit Desktop Experience ist die Installation stark vereinfacht – vorwiegend über den Befehl:

wsl --install

Wichtig: Auf Windows Server ist der Microsoft Store nicht verfügbar. Die Installation von Linux-Distributionen erfolgt daher über PowerShell oder über direkte Downloads (.appx-Dateien).

Übersicht der Voraussetzungen

Komponente WSL 1 WSL 2
Windows Server Version 2019 oder neuer Ab 2022 (Build 20348+) oder 2025 empfohlen
Virtualisierung Nicht erforderlich Virtualisierung im BIOS und Feature „Virtual Machine Platform“ aktivieren
Internetverbindung Für Distributions-Download Für Download + Kernel-Update
Adminrechte Erforderlich Erforderlich

Änderungen gegenüber Windows Server 2022

Windows Server 2025 bringt einige Verbesserungen mit:

  • Vereinfachte Installation mit wsl --install
  • Aktueller Linux-Kernel wird automatisch über Windows Update gepflegt
  • Mehr Distributionen (Ubuntu, Debian, Fedora, Kali, Alpine)
  • Bessere Integration und Performance
Add-AppxPackage .\Ubuntu.appx
# oder
wsl --import Ubuntu C:\WSL\Ubuntu .\Ubuntu.tar

WSL über die GUI (Server-Manager) installieren

Wenn du lieber mit der grafischen Oberfläche arbeitest:

  1. Öffne den Server-Manager
  2. Klicke auf Rollen und Features hinzufügen
  3. Wähle Rollenbasierte oder featurebasierte Installation
  4. Gehe bis zum Abschnitt Features
  5. Aktiviere Windows-Subsystem für Linux

Für WSL 2 ist zusätzlich die Virtual Machine Platform erforderlich. Diese aktivierst du über PowerShell:

Enable-WindowsOptionalFeature -Online -FeatureName VirtualMachinePlatform
Linux-Subsystem auf Server 2025 installieren
Linux-Subsystem auf Server 2025 installieren

Installation per PowerShell oder DISM

Schnelle Installation

wsl --install

Manuelle Installation

dism.exe /online /enable-feature /featurename:Microsoft-Windows-Subsystem-Linux /all /norestart
dism.exe /online /enable-feature /featurename:VirtualMachinePlatform /all /norestart

Nach der Installation kannst du eine Distribution hinzufügen, z. B.:

wsl --install -d Ubuntu

Oder eine vorhandene Distribution importieren.

Linux-Subsystem - Ubuntu installieren
Linux-Subsystem – Ubuntu installieren
Linux-Subsystem - Linux Ubuntu
Linux-Subsystem – Linux Ubuntu

Wichtige WSL-Befehle für das Linux-Subsystem

Befehl Beschreibung
wsl --install Installiert WSL (ab Windows Server 2022 / Windows 10 v2004)
wsl --install -d <Distribution> Installiert eine bestimmte Linux-Distribution
wsl --list oder wsl -l Listet installierte Distributionen auf
wsl --list --online oder wsl -l -o Zeigt verfügbare Distributionen
wsl --set-default-version 2 Setzt WSL 2 als Standard
wsl --set-version Ubuntu 2 Ändert die WSL-Version einer Distribution
wsl --status Zeigt den Status der Installation und Kernelversion
wsl --update Aktualisiert Kernel und Komponenten
wsl --shutdown Beendet alle laufenden Instanzen
wsl --terminate <Distribution> Beendet nur die angegebene Distribution
wsl --unregister <Distribution> Entfernt eine Distribution vollständig
wsl Startet die Standard-Distribution
wsl -d <Distribution> Startet eine bestimmte Distribution
wsl -e <Befehl> Führt einen Linux-Befehl aus
wsl --help Zeigt Hilfe zu allen WSL-Befehlen an

Datensicherung und Backup erstellen

Grundsätzlich solltest du immer von deinen Systemen eine Datensicherung erstellen. Vor allem, wenn du aber tiefergreifende Änderungen vornimmst, ist es vorher umso ratsamer, eine Sicherung zu erstellen. Du kannst hierfür z. B. bordeigene Tools wie die Windows Robocopy verwenden, oder aber professionelle Sicherungsprogramme wie EaseUS Todo Backup Free*, welche dir mehr Optionen bieten. Sinnvoll ist es auch, wenn die Sicherung auf eine externe Festplatte oder z. B. in der Cloud wie pCloud* erstellt wird.

Fazit

Windows Server 2025 macht die Einrichtung von WSL (Linux-Subsystem) deutlich einfacher. Dank wsl --install automatischer Kernel-Updates und besserer Integration kannst du Linux-Tools, Container und Skripte direkt auf dem Server ausführen – ganz ohne den Overhead einer vollständigen VM.

Für IT-Administratoren ist das eine ideale Lösung, um plattformübergreifend zu arbeiten und die Vorteile beider Welten – Windows und Linux – optimal zu kombinieren.

Der Blogbetreiber und Autor: Markus Elsberger

Über den Autor

Mein Name ist Markus Elsberger und ich beschäftige mich mit der Administration von Windows und Linux-Systemen sowie mit diversen Themen bzgl. Netzwerktechnik. In meiner Lehrtätigkeit erstelle ich verschiedene Szenarien und teste auch verschiedene Konfigurationen, welche ich in diesem Blog festhalten möchte. Unterstütze das Blog mit einer Spende!


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