Windows PowerShell Direct unter Windows Server 2025 mit Hyper-V verwenden

Mit Windows PowerShell Direct kannst du dich direkt vom Hyper-V-Host mit einer virtuellen Maschine verbinden — ganz ohne Netzwerkverbindung, ohne konfigurierte IP-Adresse und ohne Remoting-Konfiguration.

Gerade in Testumgebungen, bei neuen VMs oder bei Netzwerkproblemen ist das extrem hilfreich.

Was ist Windows PowerShell Direct?

PowerShell Direct ermöglicht dir eine direkte PowerShell-Sitzung in einer virtuellen Maschine, sofern diese auf demselben Hyper-V-Host läuft. Die Verbindung erfolgt intern über den Virtual Machine Bus (VMBus) — nicht über das Netzwerk.

Das bedeutet konkret:

  • Keine Firewall-Regeln erforderlich
  • Keine IP-Konnektivität erforderlich
  • Kein Domänenbeitritt notwendig

Du arbeitest direkt vom Host aus mit der VM, als würdest du lokal angemeldet sein.

Voraussetzungen

Damit Windows PowerShell Direct funktioniert, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

Host-Betriebssystem

Windows Server 2025 mit installierter Hyper-V-Rolle (Alternativ: Windows 10/11 mit Hyper-V)

Gastsystem

Windows 10, Windows 11, Windows Server 2016 oder höher und die VM muss laufen.

Anmeldeinformationen

Du benötigst gültige Benutzeranmeldedaten innerhalb der virtuellen Maschine

Host und VM

Beide Systeme müssen auf demselben Hyper-V-Host laufen. PowerShell Direct funktioniert nicht über mehrere Hosts hinweg.

Auch wenn Windows PowerShell Direct kein „klassisches“ Netzwerk-Remoting ist, muss der WinRM-Dienst innerhalb der Gast-VM laufen (er muss nur nicht für das Netzwerk konfiguriert sein). Zudem muss in der VM mindestens PowerShell 5.0 installiert sein.

Host und VM: Beide Systeme müssen auf demselben Host laufen.

Software-Stand:

In der Gast-VM muss der Dienst „Windows Remote Management (WinRM)“ gestartet sein (dies ist bei Windows Server standardmäßig der Fall) und es muss mindestens PowerShell 5.0 verwendet werden.

PowerShell Direct: Interaktive Sitzung starten

Die klassische Variante ist eine interaktive Sitzung mit

Enter-PSSession.

Schritt 1: VM-Name prüfen

Zuerst überprüfst du den exakten Namen der VM:\

Get-VM

Schritt 2: Sitzung starten

Enter-PSSession -VMName "SV25-Engl" -Credential (Get-Credential)
Windows PowerShell Direct in Hyper-V
Windows PowerShell Direct verwenden

Nach Eingabe der Anmeldedaten befindest du dich direkt in der VM. Das erkennst du an der geänderten PowerShell-Eingabeaufforderung. Jetzt kannst du normal Befehle ausführen:

hostname\
ipconfig\
Get-Service

Zum Beenden der Sitzung:

Exit-PSSession

Einzelne Befehle ausführen mit Invoke-Command

Wenn du keine interaktive Sitzung benötigst, kannst du auch einzelne

Befehle ausführen:

Invoke-Command -VMName "SV25-Engl" -Credential (Get-Credential) -ScriptBlock {Get-ComputerInfo}
Windows PowerShell Direct - Command direkt übergeben
Windows PowerShell Direct – Command direkt übergeben

Das ist besonders praktisch für Automatisierung oder Skripte.

Dateien in eine VM kopieren

Ein großer Vorteil von Windows PowerShell Direct ist das einfache Kopieren von Dateien — selbst wenn kein Netzwerk funktioniert.

Beispiel: Datei in die VM kopieren

Copy-Item -Path "C:\Install\setup.msi" -Destination "C:\Temp\setup.msi" -ToSession (New-PSSession -VMName "SV25-Engl" -Credential (Get-Credential))

Alternativ kannst du zuerst eine Sitzung speichern:

$Session = New-PSSession -VMName "SV25-Engl" -Credential (Get-Credential)
Copy-Item -Path "C:\Install\setup.msi" -Destination "C:\Temp\" -ToSession $Session

Damit kannst du auch größere Deployments vorbereiten.

Hinweis: Stelle sicher, dass der für die Verbindung genutzte Benutzer in der VM über ausreichende Schreibrechte für den Zielordner verfügt. Bei aktivierter Benutzerkontensteuerung (UAC) in der VM ist die Verwendung eines lokalen Administrator-Kontos oft am zuverlässigsten.

Typische Einsatzszenarien

Die Windows PowerShell Direct ist besonders hilfreich in folgenden Situationen:

1. Neue VM ohne Netzwerkkonfiguration

Du hast eine VM frisch installiert, aber noch keine IP-Adresse konfiguriert? Kein Problem — du verbindest dich direkt per PowerShell Direct und konfigurierst das Netzwerk.

2. Fehleranalyse bei Netzwerkproblemen

Wenn eine VM nicht erreichbar ist, kannst du dich trotzdem verbinden und prüfen:

Get-NetIPAddress\
Get-NetAdapter\
Restart-Service

3. Automatisierte Erstkonfiguration

Gerade bei Lab-Umgebungen oder Testsystemen kannst du direkt nach dem Erstellen der VM-Konfigurationsskripte ausführen.

Beispiel:

Invoke-Command -VMName "TestVM01" -Credential (Get-Credential) -ScriptBlock { Rename-Computer -NewName "SRV-FILE01" -Restart }

Unterschiede zu klassischem PowerShell-Remoting

 Feature PowerShell Direct PowerShell Remoting

  • Kein Netzwerk notwendig, Netzwerk erforderlich
  • Kein WinRM Set-up (am WinRM muss Host  WinRM allerdings aktiviert sein).
  • Nur auf gleichem Host hostübergreifend möglich
  • Ideal für Hyper-V universell einsetzbar

PowerShell Direct ist kein Ersatz für klassisches Remoting, sondern eine Ergänzung — speziell für Hyper-V-Umgebungen.

Sicherheit und Best Practices

Auch wenn keine Netzwerkverbindung genutzt wird, gelten die üblichen

Sicherheitsregeln:

  •  Verwende starke Administrator-Passwörter
  •  Nutze nach Möglichkeit separate Verwaltungsaccounts
  •  Setze PowerShell Direct nicht als dauerhafte Verwaltungsstrategie ein.
  •  Nutze es gezielt für Setup, Fehleranalyse oder Automatisierung

In produktiven Umgebungen solltest du weiterhin strukturiertes Remoting und zentrale Verwaltungsmechanismen einsetzen.

Fazit

PowerShell Direct ist ein extrem praktisches Werkzeug für Administratoren, die mit Hyper-V unter Windows Server 2025 arbeiten.  Du kannst VMs verwalten, konfigurieren und reparieren — ganz ohne funktionierende Netzwerkanbindung.

Gerade in Testumgebungen, bei neuen Installationen oder in Troubleshooting-Szenarien sparst du damit enorm Zeit. Wenn du regelmäßig mit Hyper-V arbeitest, gehört PowerShell Direct definitiv zu den Funktionen, die du sicher beherrschen solltest.

Der Blogbetreiber und Autor: Markus Elsberger

Über den Autor

Mein Name ist Markus Elsberger und ich beschäftige mich mit der Administration von Windows und Linux-Systemen sowie mit diversen Themen bzgl. Netzwerktechnik. In meiner Lehrtätigkeit erstelle ich verschiedene Szenarien und teste auch verschiedene Konfigurationen, welche ich in diesem Blog festhalten möchte. Unterstütze das Blog mit einer Spende!


Löse die grundlegenden Probleme bei der Windows-Administration!
Kostenlose E-Books

(Netzwerkanalyse, Benutzerverwaltung, Festplattenkonfiguration, u. v. m.)


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

KI-Tools in der Windows PowerShell

Warum jeder IT-Admin heute KI kennen sollte 

Kostenloses E-Book zum Thema PowerShell und KI mit Copilot, ChatGPT, u.v.m

Ebook - 10 Schritte nach der Windows Installation
Close the CTA

Zusätzlich erhältst du noch viele weitere Materialien u.a. für: Windows Windows 11, Windows Server, Docker, PowerShell Referenzen, Batch, Linux Terminal, 

u.v.m.