Im Hyper-V einen virtuellen Computer der Generation 1 oder der Generation 2 erstellen! Was ist der Unterschied?

Welche Generation für virtuelle Computer unter Hyper-V sollte man verwenden? Generation 1 oder Generation 2?

Grundsätzliches

Wenn man im Hyper-V Manager unter Windows 10* oder auch unter dem Windows Server neue virtuelle Computer erstellen möchte, so ist eine der ersten Fragen des Assistenten, jene nach der Generation. Dabei gilt es zu klären, was man eigentlich unter Generation versteht und wo auch der Unterschied zwischen einer Generation 1 und einer Generation 2 liegt.

Virtuellen Computer unter Hyper-V erstellen: Generation 1 oder Generation 2

Im Prinzip bezeichnet die Generation nur, was der virtuelle Computer alles unterstützt. Darunter fällt z.B. die Architektur 32Bit oder 64Bit. Generell ist es so, dass die Generation 1 die ältere Variante ist und entsprechend die Generation 2 die neuere.

Die Generation 1

Diese Konfiguration simuliert die Hardware von typischen Computern. Dazu werden spezifische Geräte wie zum Beispiel AMI BIOS, S3-Grafikadapter sowie ein Intel-Chipsatz und auch ein Intel Netzwerkadapter verwendet. Die Betriebssystem Architektur kann dabei 32Bit sowohl als auch 64Bit sein.

Die Generation 2

Diese Generation ist natürlich die neuere Variante mit neuen Virtualisierungsfeatures. So setzt sie u.a. eine 64Bit Architektur voraus und verwendet synthetische Treiber sowie softwarebasierte Geräte. Einige der neueren Features sind z.B. folgende:

FeatureBeschreibung
UEFI-StartAnstatt dem BIOS unterstützt die Generation 2 den sicheren Startvorgang mithilfe von UEFI. Dadurch werden signierte Treiber verwendet und es können GUID-Partitionstabellen größer 2TB verwendet werden.
SCSI-FestplattenAnstatt dem IDE Festplattencontroller wird eine leistungsfähiger SCSI Controller verwendet. Dadurch können die Computer direkt von einer vhdx-Datei gebootet werden und ebenso können Festplatten im laufendem Betrieb hinzugefügt oder entfernt werden.
Erweiterter SitzungsmodusDadurch werden zusätzliche Features dem virtuellen Computer hinzugefügt. So z.B. Druckerzugriff, USB-Geräte oder auch die Unterstützung der Zwischenablage
Abgeschirmte virtuelle ComputerDie Computer lassen sich durch die Verschlüsselung abschirmen.
Direkte SpeicherplätzeDamit kann eine hochleistungsfähige Fehlertolerante Speicherlösung mit lokalen Laufwerken bereitgestellt werden.
Hot-NetzwerkadapterErmöglicht das Hinzufügen und Entfernen von virtuellen Adaptern während des laufenden Betriebs.
PXE-StartDamit können die virtuellen Computer über einen Netzwerkadapter (Preboot Execution Environment) gebootet werden.
Größe des StartvolumesDie virtuellen Computer können von Festplatten größer als 2TB gestartet werden.

Je nach Anwendung ist es meist sinnvoller einen neuen virtuellen Computer der Generation 2 zu erstellen. Diese sind in der Regel sicherer und leistungsfähiger. Allerdings können ältere Systeme wie Windows Server 2008, Windows Server 2008 R2,Windows 7, ältere Linux Distributionen sowie generell alle 32 Bit Betriebssysteme keine virtuellen Computer der Generation 2 ausführen.