Überblick
In Linux Mint Kernel wechseln – geht das? Was ist eigentlich ein Kernel? Man könnte sagen, ein Kernel ist das Herzstück des PCs. Er verwaltet und steuert sämtliche Ein- und Ausgaben.
Er ist mitunter natürlich die Schnittstelle zwischen dem Benutzer und der Hardware. Wer sich für die Details dazu interessiert, der kann das ganze auf Wikipedia nachlesen. Hier geht es darum, wie man einen neuen Kernel im Linux System installiert.
Eine wesentliche Frage, welche sich hier stellt, ist natürlich, warum sollte man das tun. Ein neuer Kernel beinhaltet in der Regel neuere Treiber – unterstützt damit auch immer mehr Hardware.
So habe ich z. B. durch die Neuinstallation des Kernels eine bessere Touchpad-Unterstützung für das Notebook erhalten. Im Klartext heißt das, dass das Touchpad jetzt Multi-gesten versteht. Mit dem älteren Kernel war das nicht möglich.
Natürlich kann man einen Kernel auch per grafischer Oberfläche installieren. Jedoch ist das je nach GUI unterschiedlich. Mit dem Terminal ist es prinzipiell plattformunabhängiger.
Natürlich nicht ganz, da Distributionen wie Linux Red Hat, oder Open Suse ein anderes Paketmanagement Programm verwenden als z. B. Debian und Ubuntu. Als Linux Distribution habe ich hier Linux Mint verwendet.
Download der Kernel Dateien
Welchen aktuellen Kernel es derzeit gibt, und welche Unterschiede bestehen, kann man auf der Seite Kernel.org nachlesen. Bevor man sich aber entscheidet, welchen Kernel man installieren möchte, so muss man auch erst einmal prüfen, welcher auf dem System überhaupt installiert ist. Sehr einfach findet man diese Info natürlich wieder über das Terminal
uname -r

Linux Mint Kernel wechseln
Auf der Adresse von Kernel.org kann man den Kernel als gepacktes Paket downloaden. Allerdings muss man dieses anschließend noch kompilieren. Es geht aber auch anderes. Man kann nämlich direkt die nötigten Paket von der Adresse: https://kernel.ubuntu.com/~kernel-ppa/mainline/ downloaden.
Hier muss man zunächst die passenden auswählen (64 Bit, 32 Bit, welche Version) und anschließend erhält man Debian Pakete (.deb) welche sehr einfach installiert werden können. In der Regel benötigt man drei Pakete.
- linux-headers-4.3.3-040303-generic_4.3.3-040303.201512150130_amd64.deb
- linux-headers-4.3.3-040303_4.3.3-040303.201512150130_all.deb
- linux-image-4.3.3-040303-generic_4.3.3-040303.201512150130_amd64.deb
Wenn man die obige Seite über einen beliebigen Browser aufruft, so kann man die Pakete einfach downloaden.
Per Terminal findet man die Daten des Kernels im Download Verzeichnis des angemeldeten Benutzers. (/home/benutzer/Download)
Installation der Pakete
Um jetzt den Linux Mint Kernel wechseln zu können, muss man zunächt in das Verzeichnis wechseln, wo sich die Kernel Daten befinden. Anschließend kann man den neuen Kernel sehr einfach per Konsole installieren.
sudo dpkg -i *deb
Der obige Befehl gibt an, dass alle in diesem Verzeichnis befindlichen Debian Pakete installiert werden sollen. Klar könnte man das auch einzeln vornehmen. Aber mit der Wild Card (*) geht es einfacher. Nach einiger Zeit sind die Pakete installiert und man muss dem Bootloader Grub das auch noch mitteilen. Hierzu wird dieser upgedatet.
sudo update-grub
System mit neuem Kernel starten
Wenn alles einwandfrei durchgelaufen ist und auch der Grub aktualisiert wurde, kann man beim Neustart auswählen, mit welchem Kernel das System gestartet werden soll. Das Linux Mint Kernel wechseln ist damit abgeschlossen.
Falls kein Bootmenü angezeigt wird, so muss man die „Shift“ Taste während des Bootens gedrückt halten.

Fazit zum Linux Mint Kernel wechseln
Manchmal kann es sehr sinnvoll sein, einen neuen Kernel zu installieren. Man sollte aber immer bedenken, dass nicht jeder Kernel sehr lange unterstützt wird. In der Regel werden nur die Kernel in den LTS-Versionen lang supportet.










