13 wichtige Kommandozeilenbefehle, die jeder Administrator kennen sollten.

Wer Betriebssysteme administriert, der wird natürlich häufig mit der Eingabeaufforderung zu tun haben. Oft ist man damit wesentlich schneller und effektiver, als wenn man mit der grafischen Oberfläche arbeitet.

Weiterhin gibt es auch viele Konfigurationen, welche nur mit der Eingabeaufforderung gelöst werden können. In diesem Beitrag möchte ich dir 13 wichtige Kommandozeilen Befehle zeigen, die jeder Administrator unbedingt kennen und anwenden können sollte.

Bevor man mit der Eingabeaufforderung startet, muss man diese aber erst mal öffnen. Im neuen Windows 11 22 H2 ist die Eingabeaufforderung jetzt direkt verbunden mit der Windows Terminal App. Dieses vereint alle Terminals miteinander.

So lässt sich damit neben der einfachen CMD auch die Windows PowerShell öffnen oder wenn man weitere Systeme mit an Bord hat wie ein Linux Betriebssystem kann damit natürlich auch ein BASH Terminal geöffnet werden.

1. Informationen zu den Netzwerkeinstellungen

Eines der wichtigsten Befehle ist natürlich ipconfig.

ipconfig /all

Damit erhält man eine große Ausgabe von verschiedenen Einstellungen, welche der Computer hat. So erhält man damit unter anderem Folgendes:

  • MAC Adresse
  • IPv4 Adresse
  • IPv6 Adresse,
  • DNS Adresse
  • Standardgateway Adresse

Daher ist dieser Befehl für jeden Administrator absolute Pflicht. Dieser Befehl besitzt natürlich auch noch viele verschiedene Parameter, welche man dadurch erhält, in den man Help verwenden. So ist insbesondere einer der wichtigen Parameter flushdns

ipconfig /flushdns

Damit würde sich nämlich der DNS Cash löschen lassen. Das kann mal wichtig werden, wenn es Fehler bei der Namensauflösung mit DNS gibt.

2. Erreichbarkeit eines anderen Rechners prüfen

Möchtest du prüfen, ob ein anderer Rechner im Netzwerk erreichbar ist, so verwendet man hier in der Regel in der Eingabeaufforderung den Befehl ping. Dieser Befehl, gefolgt von einer IP-Adresse oder eines Netzwerk Namens liefert anschließend ein Ergebnis, ob der Computer, genauer gesagt andere Rechner im Netzwerk erreichbar ist.

Das Ping Kommando basiert dabei auf dem sogenannten ICMP Protocol (Internet Control Message Protocol). Aber Achtung: Das Antworten auf dieses Protokoll kann auch durch eine Firewall blockiert werden.

ping 10.0.0.2

3. Filesystem scannen

Oft kann es nötig werden, dass man das Filesystem auf Beschädigungen prüft. Das Kommando sfc hilft dabei weiter. Mit dem Parameter scannow, werden alles geschützten Systemdateien überprüft und die beschädigten Dateien durch eine zwischengespeicherte Kopie ersetzt.

sfc /scannow

4. Geöffnete Netzwerkverbindungen prüfen

Wenn man prüfen möchte, welche Netzwerkverbindung aktiv bestehen, so gibt es das Tool netstat. Dieser kleine Helfer liefert dazu u. a. auch das Protokoll, die lokale Adresse sowie die Remoteadresse.

Interessant ist wohl der Status der Verbindung. Am sinnvollsten verwendet man den Parameter -a, den dadurch erhält man alle lauschenden Verbindungen mit dessen Ports.

Netstat -a

5. Namensauflösung prüfen

Die Namenausauflösung ist dafür zuständig, um eine IP-Adresse in einen lesbaren Namen umzuwandeln. Selbstverständlich gilt das auch umgekehrt. Das wichtigste Namensauflösungssystem ist dabei DNS (Domain Name Service).

Wenn hier Probleme auftreten, so könnten man nicht mehr auf Ressourcen zugreifen, welche per DNS Namen angesprochen werden. Für eine schnelle Prüfung von DNS gibt es das Tool nslookup. Für die Funktionsweise gibt man zunächst nslookup ein. Anschließend dann den entsprechenden DNS-Namen oder die IP-Adresse.

Nslookup

6. Den Computer herunterfahren / Neustarten

Leider kann es immer auch wieder vorgekommen, dass das Windows Betriebssystem nicht so funktioniert, wie es sein soll. Daher kann es schnell mal hilfreich werden, wenn man das System herunterfährt oder auch neu startet.

Auch dafür gibt es ein sehr hilfreiches cmd Tool. Zwei wichtige Parameter für diesen Befehl sind zum einen /s, welcher den Computer herunterfährt und zum anderen /r, welche den Computer neu startet. Zusätzlich lässt sich auch eine Zeit angeben. Dafür wäre der Parameter /t nötig.

Shutdown /r  

7. Laufende Prozesse anzeigen

Welche Prozesse sind auf dem Windows Betriebssystem aktuell aktiv? Hierfür gibt es für die cmd tasklist. Damit erhältst du neben dem Namen des Prozesses sowie dessen zugehöriger PID auch die Speichernutzung.

Tasklist

8. Laufenden Prozess beenden

Wenn sich ein Prozess im System aufgehängt hat, dann kann man ihn in der Regel per Task-Manager beenden. Mit der cmd benötigst du dazu taskkill inklusive des Namens des Prozesses bzw. die PID.

Taskkill

9. Verzeichnisse erstellen und löschen

Falls man sich viel im Terminal bewegt, so kann es nötig werden, mal schnell einen Ordner oder eine Datei erstellen zu wollen. Auch dazu gibt es entsprechende Befehle.

Ein sehr interessanter ist übrigens fsutil, mit welchem man Dateien beliebiger Größe erzeugen kann. So was wäre u. a. interessant, wenn man Konfigurationen in Bezug auf Speichergröße testen möchte. Dazu gehören z. B. die Konfiguration von Kontingenten, oder die Datendeduplizierung.

mkdir 
rmdir
fsutil

10. Pakete im Netzwerk verfolgen

Im Netzwerk muss man schnell mal prüfen, welchen Weg, welches Paket verwendet. Dazu eignet sich tracert. Damit lassen sich Paket verfolgen. Mit dessen Parametern könnte man auch die maximale Anzahl an Hops angeben.

Du kannst dabei als Zieladresse sowohl eine IPv4 Adresse, als auch einen DNS-Namen angeben.

Tracert

11. Detaillierte Verfolgung von Paketen im Netzwerk

Dieser Befehl ist ähnlich, aber bietet noch mehr Informationen als tracert. Bei Pathping erhält man detailliertere Informationen über die Weiterleitung von Paketen zu den einzelnen Computern.

Wenn man also mehr Information bzgl. dem Wege eines Pakets benötigt, so sollte man pathping verwenden.

Pathping

12. Computernamen ausgeben

Wie heißt der Computer? Genau diese Angabe erhält man durch Hostname. Im Grunde handelt es sich hierbei immer um den sogenannten NetBIOS Namen des Computers. Im Übrigen wird dir dieser auch angezeigt, wenn man ipconfig (weiter oben erläutert) verwendet.

hostname

13. Routing informationen auslesen

Welchen Weg nimmt welches Paket? Zum Auslesen der kompletten Routingtabelle verwendet man den Befehl route. Damit erhält man eine komplette Übersicht, über die eingetragenen Routen.

Somit sieht, man unter anderem, welchen Standardgateway der Computer hat, aber auch, ob es statische Routen gibt. Sollte man also mal prüfen wollen, welchen Weg welches Paket nehmen soll, dann verwendet man in der cmd route.

Route

Ausblick

Jeder Administrator muss im Prinzip die obigen Befehle kennen, den diese werden bei der täglichen Administration fast immer benötigt. Natürlich gibt es auch sehr viele Befehle für die Windows PowerShell. Mit dieser hat man grundsätzlich noch mehr Möglichkeiten.

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Der Blogbetreiber und Autor: Markus Elsberger

Über den Autor

Mein Name ist Markus Elsberger und ich beschäftige mich mit der Administration von Windows und Linux Systemen sowie mit diversen Themen bzgl. Netzwerktechnik. In meiner Lehrtätigkeit erstelle ich verschiedene Szenarien und teste auch verschiedene Konfigurationen, welche ich in diesem Blog festhalten möchte.


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