- Grundlagen zum DHCP Server
- Vorbereitende Maßnahmen und Installation
- DHCP-Bereich einrichten
- Eine Adresse vom DHCP Server anfordern
- IPv4 Adresse im DHCP Modul reservieren
- Richtlinie konfigurieren
- Filter einsetzen
- Fazit zum Windows DHCP-Server
- Interessante Online-Kurse zur Windows-Serveradministration
- Das könnte dich auch interessieren:
Grundlagen zum DHCP Server
Ein DHCP Server ist dafür da, um automatisch IP-Adressen in einem Netzwerk zu vergeben. Sobald man mehrere Netzwerkgeräte hat, ergibt es wenig Sinn, die Adressen alle manuell einzustellen!
Besser ist da natürlich einen Infrastrukturserver, welcher den DHCP (Dynamic Host Konfiguration Protokoll) Dienst hostet und somit Adressen automatisch vergibt. Wie man den Dienst im Server 2016 einrichtet, möchte ich euch in diesem Artikel erläutern. Natürlich geht das genauso im Windows Server 2019 oder Windows Server 2022.
Folgende Einstellungen kann man im DHCP Manager anschließend vornehmen:
- DHCP Bereich festlegen
- Optionen konfigurieren (Serveroptionen & Bereichsoptionen)
- Richtlinien konfigurieren
- Filter einstellen
Vorbereitende Maßnahmen und Installation

Bevor man mit der Installation über den Server Manager beginnt, sollte man erst mal prüfen, welche IP Einstellungen der Server selbst hat. Natürlich sollte dieser auch eine IP-Adresse haben, welche anschließend zu dem ausgewählten DHCP Bereich passt.
Die Konfiguration erfolgt dabei regulär über das Netzwerk und Freigabecenter. Klar kann man dafür auch die Windows PowerShell verwenden, was sinnvoll ist, wenn man den DHCP Dienst auf einem Core Server installieren möchte. Ich jedoch werde die Vorgehensweise für den Server 2016 mit GUI beschreiben.


Nach der Installation wird anhand der gelben Einblendung auch sofort ersichtlich, dass man den Dienst noch konfigurieren muss. Das Erste und wichtigste dabei ist, wer hat das Recht den DHCP Dienst zu verwalten. Erst nach Beendigung dieses Vorgangs kann mit der eigentlichen Einrichtung begonnen werden.

DHCP-Bereich einrichten
Das Erste nach der Installation ist das Erstellen eines neuen Bereiches. Ein Bereich bedeutet prinzipiell nur, dass die dort enthaltenen Adressen alle vergeben werden können. Je nach IP-Adress-Klasse kann man unterschiedlich viele Adressen vergeben lassen.
Im Fachjargon spricht man auch von Scope. Bei der Vergabe kann man auch einen Bereich angeben, welcher ausgeschlossen wird. Dies ist gerade dann sinnvoll, wenn man z. B. einen zweiten DHCP Server als Sicherungslösung verwendet. Prädestiniert dafür ist da die 80 / 20 Regel.
Das bedeutet der Haupt DHCP Server vergibt 80 % der Adressen und der Sicherung-Server 20 %. Sollte jetzt eben der Haupt-DHCP-Server ausfallen und es während dieser Zeit zu Anfragen kommen, kann automatisch der Backupserver einspringen und Adressen vergeben.







Neben der Konfiguration des Bereiches kann man anschließend auch gleich Optionen vergeben. Da man sich beim neu anlegen des Bereiches befindet, werden hier Bereichsoptionen definiert, welche eben für diesen Bereich gelten.
Es gibt eine Menge an Optionen, welche zusätzlich konfiguriert werden können. Die beiden wesentlichen sind vorwiegend DNS und Standardgateway, weil man diese Parameter für eine Internetverbindung benötigt. Unter Optionen kann man sich im Prinzip zusätzliche Einstellungen vorstellen, welche der DHCP-Client, zusätzlich vom DHCP-Server erhalten soll. Neben diesen Bereichsoptionen gibt es auch noch Serveroptionen, welche über den Bereich hinaus Gültigkeit besitzen.

Falls man einen DHCP-Dienst auf einem Domänencontroller betreibt, muss dieser im Active Directory autorisiert werden. Bei der Konfiguration stößt man auch auf die Leasedauer. Das bedeutet, wie lange die IP-Adresse der Client behalten darf.
Für Notebook Benutzer wird man diese Dauer kürzer einstellen als für stationäre Rechner. Mit der Leasedauer kann man verhindern, dass IP-Adressen ewig zugewiesen bleiben, obwohl z. B. das Netzwerkgerät schon gar nicht mehr vorhanden ist.
Eine Adresse vom DHCP Server anfordern
Wenn der DHCP-Server konfiguriert wurde und der Windows Client PC im richtigen Netzwerk ist, sodass er auch den DHCP Server erreichen kann, sollte dieser automatisch eine IP-Adresse davon beziehen. Natürlich kann man das auch manuell per cmd anstoßen.

ipconfig /renew
Bei der Prüfung im DHCP-Server Modul sollte jetzt die Adresse unter Adresspool auftauchen. Auch ist dort direkt ersichtlich, wie lang die Leasedauer ist.

IPv4 Adresse im DHCP Modul reservieren
Möchte man unter Umständen einem Netzwerkgerät immer die gleiche Adresse zuweisen, so gibt es zwei Möglichkeiten. Die Erste wäre natürlich, dass man diese Adresse aus dem DHCP Bereich ausschließt und dem Netzwerkgerät manuell vergibt und die zweite wäre die Möglichkeit, dass man über den DHCP Dienst eine bestimmte Adresse einfach reserviert.
Dadurch sind alle Adressen trotzdem im DHCP Modul und das Ganze bleibt übersichtlicher. Was man für die Reservierung benötigt, ist lediglich die MAC-Adresse des entsprechenden Clients.

Richtlinie konfigurieren
Im DHCP Modul gibt es die Möglichkeit, Richtlinien zu konfigurieren. D. h. dem Client werden verschiedene Einstellungen aufgrund einiger Bedingung zugewiesen. So wäre es z. B. denkbar bestimmte Server mit bestimmten MAC-Adressen genau definierte Optionen wie z. B. einen Zeitserver zuzuweisen. Die Konfiguration erfolgt dabei über die Richtlinien-basierte Zuweisung.
Filter einsetzen
Eine weitere Möglichkeit, welche man im DHCP Modul noch konfigurieren kann, sind Filter. Auch hier wird die MAC-Adresse benötigt. Generell kann dabei zwischen einer Black und White-List unterschieden werden. Dabei kann man einmal alle MAC Adressen der Clients eintragen, welche die DHCP Dienste empfangen sollen oder eben nicht.
Fazit zum Windows DHCP-Server
In größeren Netzwerken ist ein DHCP Server unverzichtbar. Dieser teilt den verschiedenen Netzwerkgeräten IP- Adressen und auch bei Bedarf zusätzliche Optionen zu. Auch mit dem Windows Server 2016 ist dieser prinzipiell sehr einfach und schnell konfiguriert. Jedoch sollte man beachten, dass man dem DHCP Server eine statische Adresse zuweist.
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