Digitalisierung in der Praxis – 5 Branchen im Fokus

Die Digitalisierung strickt unsere Welt

Digitalisierung - Photo by geralt, Pixabay Licence
Digitalisierung – Photo by geralt, Pixabay Licence

Die Digitalisierung strickt unsere Welt um, zahlreiche Prozesse, die einmal analog waren, laufen nun über das Netz. Einige Branchen geben dabei besonders Gas, andere sind eher zurückhaltend. Die fünf folgenden Beispiele geben schlaglichtartige Einblicke in einen sich verändernden Markt.

Revolut hat eine mobile App kreiert, die als Bankalternative dient. Natürlich gibt es hier keine Schalter und keine freundlich lächelnden Angestellten mehr, die dem Kunden gewissenpflichtig ein Überweisungsformular ausfüllen. Die Software ermöglicht sämtliche wichtigen Geldtransfer-Prozesse ohne menschlichen Kontakt, dazu gehören natürlich auch der Krypto-Umtausch und Peer-to-Peer-Zahlungen. Außerdem befindet sich eine Prepaid-Debitkarte von VISA oder MasterCard mit an Bord, eine wichtige Sicherheit beim Surfen im Internet, und natürlich lassen sich auch einzelne Landeswährungen miteinander tauschen. Revolut erhebt für viele Dienstleistungen momentan nicht einmal Gebühren, es sei denn, der Nutzer entscheidet sich dafür, Premium- oder Metal-Kunde zu werden. Auf kaum einem anderen Weg lassen sich Litecoin, Ether und Bitcoin derart einfach mit 26 verschiedenen Währungen erstehen.

Die Digitalisierung trägt außerhalb des Fintech-Sektors natürlich noch weitere Früchte, beispielsweise in der iGaming Industrie. Laut Betway eröffnete das erste Casino 1638, seitdem hat sich die Spielbankwelt so weit entwickelt, das Online Casinos sich voll in der Gesellschaft etablierten. Sie bringen mehr Vielfalt in die Branche und setzen Denkanstöße für klassische Spielbanken. Neue Ansätze sowie interessante Alleinstellungsmerkmale werden entwickelt. Der gesamte Markt wurde auf diese Weise liberalisiert, weil es nun Auswahl gibt – egal, ob der Nutzer gerade unterwegs oder zu Hause ist. Die Interaktion wird derzeit immer realer, inzwischen haben einige Online Casinos sogar Live-Croupiers zu bieten, die für ein noch dichteres Ambiente sorgen. Nur das Gläschen Sekt muss sich der Spieler noch selbst hinstellen. Die musikalische Untermalung ist bereits vorhanden und auch an realen Mitspielern mangelt es nicht.

Die Plattform Tradelens konzentriert sich ganz auf die weltweiten Produktlieferketten im Schifffahrtsbereich und möchte diese durch digitale Steuerung viel effizienter gestalten. Gestartet wurde das Projekt von Maersk und IBM, das Programm basiert auf der Blockchain-Technologie. Bislang haben sich 90 verschiedene Organisationen angeschlossen, um an der Rationalisierung teilzunehmen. Tradelens stellt vielfältige Informationen über Zollanmeldungen, Dokumente, Versand- und loT-Daten bereit, um diese in Echtzeit abrufbar zu machen. Die entsprechenden Behörden und Hafenbetreiber erhalten so viel schneller einen Überblick und verbessern nebenbei ihre Zusammenarbeit. Außerdem sorgen an die Plattform angebundene Sensoren für eine effiziente Temperatur- und Gewichtskontrolle.

An Kleinanleger richtet sich das Start-up Exporo. Es stellt ganz normalen Privatleuten die Möglichkeit bereit, in Immobilien zu investieren und damit jährliche Renditen einzufahren. Die gesamte Organisation läuft über eine im Jahr 2014 gegründete Immobilien-Crowdfunding-Plattform, die ihren Sitz in Hamburg hat. Die Bestandsimmobilien werden auf der Seite vorgestellt, die Investoren profitieren von deren Wertentwicklung und den Mietüberschüssen. Die Geldanlagen sind flexibel gehalten, können aber auch langfristig genutzt werden – je nach Kundenwunsch. Damit avanciert jeder, der einige Euros übrighat, zu einem Teil-Eigentümer und kassiert Renditen, die weit über dem aktuellen Zinssatz liegen. 4,3 bis 5,5 Prozent Zinsausschüttung pro Jahr werden derzeit auf der Seite versprochen. Niemand muss nun mehr eine ganze Immobilie kaufen, um eine einigermaßen sichere Geldanlage für sich zu beanspruchen. Es genügen auch wohlproportionierte Anteile, ganz einfach per Internet gekauft.

Eine hohe Wachstumsrate verbuchte die Metasuchmaschine Home To Go, die ebenfalls seit 2014 existiert. Hier gibt es Ferienhäuser und Ferienwohnungen von mehr als 600 verschiedenen Anbietern auf dem gesamten Globus zu finden: Für Individualreisende sozusagen ein gefundenes Fressen. Insgesamt geht auch hier der Trend vom analogen Reisebüro hin zum virtuellen Urlaubsportal, ebenso wie wir es schon beim Gaming beobachtet haben. Derzeit finden sich bei Home To Go nach eigenen Angaben mehr als 17 Millionen Angebote, eine enorm breite Auswahl also, die es vor der Digitalisierung nirgendwo gab. Wer ein Domizil anklickt, wird zu der anbietenden Plattform weitergeleitet, sodass niemand mehr lange auf mehreren Portalen herumsuchen muss. Auf diese Weise lässt sich sowohl ein österreichisches Chalet als auch die einsame Strandhütte in Thailand schnell und einfach buchen.

Digitalisierung - Photo by unbekannt, CC0 Öffentliche Domäne
Digitalisierung – Photo by unbekannt, CC0 Öffentliche Domäne

Digitale Innovationen wirken also im Großen wie im Kleinen, sie beschleunigen komplizierte Prozesse und vereinfachen das Leben des Durchschnittsbürgers. Darum sind sie den Internetnutzern, ob gewerblich oder privat, meistens hoch willkommen. Allerdings verdrängt die Digitalisierung auch bisher gut funktionierende analoge Lösungen, doch das ist der natürliche Lauf des kapitalistischen Marktes.