Am Windows Server 2019 oder auch 2016 eine Speicherreplikation einrichten – Durch die Replikation von Festplatten eine höhere Redundanz erreichen

So konfiguriert man am Windows Server die Speicherreplikation - Storage Replica

Eine neue Variante um im Windows Server System einen redundanten Speicher zur Verfügung zu stellen ist die Speicherreplikation (Storage Replica). Bereits mit dem Windows Server 2016 wurde diese eingeführt. Im folgenden Artikel wird beschrieben, wie man die Speicherreplikation auf einem Windows Server 2019* konfiguriert. Generell bedeutet die Speicherreplikation, dass zwei Speichersysteme oder Festplatten* auf zwei unterschiedlichen Servern vorhanden sind. Die Daten werden dabei redundant gespeichert. Im Fehlerfall sind also die Daten noch auf der zweiten Festplatte oder eben dem zweitem Speichersystem vorhanden.

Um die Replikation konfigurieren zu können, müssen grundsätzlich einige Voraussetzungen erfüllt sein. Das hier vorgestellte Szenario umfasst zwei Windows Server 2019 Editionen. Der Server SV1 ist zugleich der Domänencontroller und der Server SV2 ist Mitglied der Domäne. Jeder Server muss über zwei Volumes verfügen. Eines wird dabei für die Daten verwendet, das andere für die Protokolle. Generell müssen auch noch die folgenden Spezifikationen vorhanden sein:

  • Die beiden Datenvolumes müssen dieselbe Größe aufweisen.
  • Die beiden Protokollvolumes sollten, wenn möglich auch dieselbe Größe aufweisen.
  • Die Datenträger müssen mit GPT initialisiert werden.
  • Die Volumen stehen exklusiv nur der Speicherreplikation zur Verfügung. Vor allem die Protokollvolumes dürfen nicht zweckentfremdet werden.
  • Die Sektorgrößen sollten ebenfalls gleich groß sein.

Die Replikation der Daten kann auf zwei verschiedene Arten erfolgen. Asynchron oder Synchron. Natürlich werden die Daten bei der synchronen Replikation sofort übertragen. Dadurch ist auch sichergestellt, dass die Daten konsistent sind, was bei der asynchronen Replikation nicht der Fall ist. Hier könnten durchaus Daten verloren gehen. Gedacht ist dies Art jeher für Verbindungen, welche eine hohe Latenz aufweisen. Für die Übertragung der Daten wird das SMB (Server Message Block) Protokoll verwendet.

Im ersten Schritt erstellt man an beiden Servern die beiden Volumens. Anschließend kann man über den Server Manager die Speicherreplikation als Feature installieren. Die weitere Einrichtung erfolgt anschließend mit der Windows PowerShell.

Am Windows Server 2019 oder 2016 die Speicherreplikation einrichten: Installation des Features

Im nächsten Schritt öffnet man eine Windows PowerShell mit administrativen Rechten. Am besten verwendet man dazu die PowerShell ISE. Mit dem Test-SRTopololgy Cmdlet lässt sich jetzt die Konfiguration der Speicherreplikation testen. Man erhält einen Report, in welchem sämtlichen wichtigen Eigenschaften aufgelistet sind. Um den Report ablegen zu können, wird ein Ordnerpfad benötigt. In diesem Beispiel wird der Pfad c:\srreport verwendet. Das Cmdlet Test-SRTopology benötigt einige Parameter, wie z.B. das Quell -und Ziellaufwerk etc. Sämtliche Angaben sind aber durchaus selbsterklärend.

Konfiguration der Speicherreplikation unter Windows Server 2019 oder 2016 – Replikation testen
Konfiguration der Speicherreplikation unter Windows Server 2019 oder 2016 – Bericht zur Speicherreplikation anzeigen
Test-SRTopology -SourceComputerName sv1 -SourceVolumeName E: `
-SourceLogVolumeName G: -DestinationComputerName sv2 `
-DestinationVolumeName E: `
-DestinationLogVolumeName G: -DurationInMinutes 5 -ResultPath c:\srreport

Nach Abschluss muss eine neue Replikationsvereinbarung festgelegt werden. Dazu verwendet man das PowerShell Cmdlet New-SRPartnership. Auch hier werden wieder die Parameter für das Quell- und Ziellaufwerk etc. benötigt.

Konfiguration der Speicherreplikation unter Windows Server 2019 oder 2016 – Speicherreplikation zwischen zwei Servern erstellen
New-SRPartnership -SourceComputerName sv1 `
-SourceRGName RepGr1 -SourceVolumeName E: `
-SourceLogVolumeName G: `
-DestinationComputerName sv2 `
-DestinationRGName RepGr2 `
-DestinationVolumeName E: `
-DestinationLogVolumeName G:

Zu guter letzt legt man jetzt noch den Replikationsmodus fest. Dieser kann, wie bereits oben beschrieben, als asynchron sowie auch als synchron konfiguriert werden. Im hier vorliegendem Beispiel wird der Modus auf synchron konfiguriert.

Get-SRPartnership | Set-SRPartnership -ReplicationMode Asynchronous

Die aktuelle Warteschlange der Übertragung kann mit dem folgendem Cmdlet angzeigt werden.

(Get-SRGroup).Replicas | Select-Object numofbytesremaining

Natürlich lässt sich die Replikationsrichtung auch ändern. So bedient man sich dabei dem Cmdlet Set-SRPartnership, um diese Konfiguration vorzunehmen. Generell ist natürlich nur das primäre Laufwerk für Schreibzugriffe vorhanden. Bei dem replizierten Laufwerk besteht natürlich kein Zugriff.

Set-SRPartnership -NewSourceComputerName sv2 -SourceRGName RepGr2 -DestinationComputerName sv1 -DestinationRGName RepGr1

4 Kommentare

    • Hallo, das hängt natürlich stark von der Anwendung ab. Z.B. kann man mit einer Speicher Replikation auch ISCSI Targets verwenden. So was ist mit einem reinen RAID Level nicht möglich. Also quasi die Speicherreplikation über das Netzwerk. Viele Detail zur Anwendung von Speicher Replikation findest du auf der Microsoft Seite. VG Markus

  1. Auf den MS Docs konnte ich nachlesen, dass die Storage Replica von Server zu Server nur in den Datacenter Versionen von 2012 -2019 konfigurierbar sind. Ausnahme: 2019 Standard maximal ein Volume mit maximal 2 TB. Habe ich das richtig verstanden?

    Zweitens: Storage Replika soll das in die Jahre gekommende DFS nach und nach ablösen. Richtig?

    • Hallo Frank63, ja so steht es auf den MS Docs. Ob damit aber wirklich DFS abgelöst wird glaube ich persönlich noch nicht.

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